Die Gelassenheit der offenen Fragen

Ich hatte gestern eine Fortbildung. Es ging um eine Prüferlizenz. Es wurde viel vermittelt, was es mir erleichtern soll, die sprachlichen Leistungen der Teilnehmer in Sprachprüfungen besser einzuschätzen.

Und ich muss sagen, es stellte sich heraus, dass das Deutsche Schulsystem nicht unbedingt dazu beiträgt später gute Bewertungen abzugeben. Irgendwie habe ich in meiner Schullaufbahn offensichtlich begonnen, davon auszugehen, dass ein Lösungsschlüssel irgendwie das einzig entscheidente ist. Was natürlich völliger Blödsinn ist. Wenn es offene Fragen gibt, dann gibt es auch offene, vielfältige Antworten, sollte man meinen.

Ich bin froh, dass diese neue Gelassenheit so klar in dem Seminar vermittelt wurde. Irgendwie sieht das gesamte Bewertungsszenario in diesem Licht, gleich viel unaufgeregter aus.

Und, ich sollte mir über die Möglichkeit von vielen richtigen Antworten, öfter bewußt werden auch im Alltag.

Schönes Wochenende!

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Ist morgen was anders?

Die Nachrichten, rufen dazu auf wählen zu gehen, es gibt sehr beängstigende Statistiken zu den Anteilen der AfD und ich denke daran, morgen einfach keine Wahlprognosen und Wahlberichterstattungen zu sehen.

Ich mag nicht in einem Land leben in dem Nazis offiziell in den Bundestag einziehen dürfen und zwielichtige Medien noch zwielichtigere Wahlaufrufe starten.

Ich will ehrlich gesagt, gar nicht wissen, was morgen genau passiert. Es kann nur eine Katastrophe werden. Ideell gesehen.

Im Alltag wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern, eventuell werden die Nachrichten allgemein etwas rechter werden, ein paar Schulen werden bestimmte Gruppen einfach nicht mehr aufnehmen und die Menschen werden tagtäglich etwas mehr Angst vor Fremden haben. Ganz langsam, ganz schleichend wird sich nicht sooo viel ändern, dass wir es wahrnehmen, aber die Veränderung wird langsam Weichen stellen. Weichen stellen auf die wir keine Züge stellen wollen sollten.

Und in all diesem Harren und hoffen, dass die andren Deutschen auch keine Nazis im Bundestag haben wollen sehe ich dieses Bild:

 

Und man denkt sich kurz, ach so schlimm wird es schon nicht werden, hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich!

Ob, das stimmt wissen wir morgen!

Einen schönen Wahlsonntag, trotz allem.

Gefährliche Einigkeit?

Ich habe gestern das TV-Duell gesehen, wie Millionen andre auch. Ihr auch? Und was meint ihr?

Ich fand Frau Merkel souverän und Herrn Schulz bemüht Unterschiede darzustellen, leider ohne viel Erfolg. Am Ende war ich mir nicht sicher, ob hier tatsächlich zwei verschiedene politische Positionen dargelegt wurde n.

Das bemängelten auch die Sprecher der kleineren Parteien, im Analysegespräch besonders „Die Grünen“ und „Die Linke“. Und dies macht mir Sorgen, welche Option bleibt denn Wählern die mit den Konzepten der linken Parteien wenig anfangen können?

Ist diese Einigkeit der Auslöser des Stimmenzuwachs im rechten Bereich? Ist die CSU nicht mehr konservativ genug oder wird darüber einfach nicht mehr gesprochen?

Ich weiß es nicht aber ein wenig Sorgen bereitet es mir dennoch.

Ein bisschen Grammatik am Sonntag

Ich bereite meine Woche vor und beschäftige mich mit dem Unterschied, von „im Norden“ und „nördlich von“.

Beide Begriffe werden alltäglich synonym verwendet und stellen doch für Lerner eine große Schwierigkeit dar. Warum? Weil sie zwar die gleiche Richtung anzeigen, aber eine andere Relation zur Umgebung.

Einfach gesagt: „Im Norden“ sind Orte, die innerhalb einer Umgebung/Landes liegen.

Beispiele

„Im Norden“:

Kiel liegt im Norden von Deutschland.

Garching liegt im Norden von München.

Beispiele mit „nördlich von“:

Dänemark liegt nördlich von Deutschland.

Kiel liegt nördlich von München.

Es gibt noch zwei weitere Anwendungen von „nördlich“ nämlich als Präposition:

Hamburg liegt nördlich Münchens. (Genitiv)

Oder als Adverb:

Hamburg liegt nördlich.

Und zum guten Schluss kann man „nördlich“ natürlich auch als Adjektiv verwenden. Nördlich, Nördlicher, am nördlichsten. Dann wird es auch dekliniert:

Der nördlichste Ort. Der nördliche Dialekt. Das nördliche Land. Die nördliche Küste. Den/dem nördlichen Ort. Der nördlichen Küste. Die nördlichen Länder. Ein/Kein nördliches Land, eine/keine nördliche Stadt.

Puhhh, geht natürlich auch mit „südlich“, „westlich“, „östlich“.

So, Sonntag ich komme! Tschau und viel Spaß beim ausprobieren.