Es ist Sonntag, darum nehme ich mir heute ein bisschen Zeit für die Zeit.

Dazu hier ein sehr ausführlicher und interessanter Film zur Entwicklung der Zeiten in Germanischen Sprachen:

http://www.belleslettres.eu/content/verb/tempus-aspekt-prateritum-perfekt.php

 

Advertisements

Die Zeit sich um die Zeiten zu kümmern

Denken ändert dich

Oder wie ich die Neuroplastizität entdeckte.

29861714611_d7134db944_o

Input//Output Flickr, brewbooks, CC-BY-SA.2.0

 

Ich bin keine Wissenschaftlerin, das weiß jeder – der sich länger als 30 Minuten mit mir unterhält, ein Professor attestierte mir eine „argumentative Nonchalance“ was übersetzt eine schlampige/ungenaue Thesenführung bedeutet. Dem kann ich zustimmen, je nach Interesse zur Materie verliere ich bei langen Texten sicher — bei kurzen häufig mal den Faden.

Nun ja, man muss sich seiner Schwächen ja einfach auch bewusst sein.

Wovon ich aber eigentlich erzählen wollte: Ich bemerke in den letzten Wochen mit zunehmender Irritation, dass sich meine Denkmuster in den letzten Jahren fast völlig überholt haben.

Dinge die mich vor Monaten noch aus der Bahn geworfen hätten, lassen mich tatsächlich völlig unberührt. Ich bin mir noch nicht sicher, was diese Veränderung nun wirklich ausgelöst hat, aber ich kann die Theorie der „Neuroplastizität“ bestätigen, die sagt:

„Neuroplastizität oder neuronale Plastizität ist eine Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von ihrer Verwendung zu verändern. Je nach System spricht man z.B. auch von synaptischer Plastizität oder kortikaler Plastizität. Also ist auch das Gehirn eines Erwachsenen kein starr festgelegtes, fix verdrahtetes Organ, sondern bis ins hohe Alter veränderbar. Neue Erfahrungen und Eindrücke verändern die Architektur des Gehirns, bauen Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus und lassen neue Verbindungen entstehen. Wobei Brücken zu vorhandenem Wissen geschlagen werden, während wenig oder ungenutzte Verbindungen abgeschwächt werden. Ohne neuronale Plastizität wäre Lernen nicht möglich.“
Mehr lesen auf http://lexikon.stangl.eu/1166/neuroplastizitaet/#0z4d4A8vfOGRuXLp.99

Selbstverständlich, beeinflusst diese Fähigkeit, der Umstrukturierung der Gehirnverknüpfungen, auch das Lernen. Zudem wird die Fähigkeit der Anpassung durch Stress/Angst/Depressionen und andere Einflüsse beeinträchtigt.

Hier ein sehr ausführlicher und gut verständlicher Artikel dazu: Gehirn und Lernen. Entdeckt hat die „Plastizität“ Donald.O. Hebb, ein kanadischer Psychobiologe. Sein bekanntestes Werk ist „The Organization of Behavior (1949) „. Das Werk erklärt das Lernen in neuronalen Netzten und legt damit auch einen Grundstein für die heutigen Themen der AI (Artificial Intelligence) und die Robotik.

Da ich keine Psychologin bin und auch kein Gehirnchirurg – werde ich auf die fachlichen Aspekte nicht weiter eingehen. Was ich aber ganz persönlich feststellen möchte ist, dass diese Umstrukturierungen im Gehirn wirklich stattfinden und sich extrem auf die Leistungs- und Konfliktfähigkeit von Menschen auswirken. Ganz persönlich getestet.

Und natürlich möchte ich damit vor allem sagen, falls jemand schon die neuen Vorsätze für 2018 in die Tonne getreten hat — Stopp, es gibt Hoffnung! Ein Gehirn kann sich umstrukturieren, und tut dies auch. Es braucht nur Zeit, oft viel Zeit. Aber hey, dank der Neuroplastizität wissen wir: Es ist nie zu spät!

 

 

Wie ich versuche die Deutsche Geschichte zu verstehen

Diese Woche stand komplett im Zeichen der Deutschen Geschichte. Ich versuche, dieses Thema gerade an meine Sprachkurs- Teilnehmer zu vermitteln. Das Kapitel, das diese Woche ansteht ist die Migration nach Deutschland.

Über die Zeit im Nationalsozialismus könnte man unendlich sprechen, gerade, wenn man die aktuelle Situation betrachtet und die Parallelen sind wirklich bedenklich. Auch interessant dazu ist der Film: „Er ist wieder da.“

Jetzt steht eben, die Migration an. Bis zum 1. Weltkrieg gab es eine große Bildungsmigration nach Deutschland, vor allem aus Griechenland.

Nach dem 1. Weltkrieg gab es sehr viele russische Emigranten in Berlin, wegen der Russischen Revolution und dem dort herrschenden Bürgerkrieg.

Der Nationalsozialismus löst die größte Migrationsbewegungen des 20 Jhd. aus. Insgesamt 12. Millionen Deutsche und ca. 10 – 12 Millionen Verfolgte mussten eine neue Heimat finden.

Ab 1950 nimmt die damalige DDR, vor allem Arbeitskräfte aus den sozialistischen Bruderstaaten auf, Vietnam, Mosambik, Polen. Gleichzeitig wandern 2,7 Millionen DDR-Bürger, zwischen 1949 – 1961, in den Westen ab.

Im Westen werden von 1955 – 1973 Anwerbeverträge mit Mittelmeerländern ( Italien, Spanien, Türkei, Portugal, Tunesien, Jugoslawien) geschlossen. Der Aufenthalt der Gastarbeiter war für 2 Jahre geplant.

Die Entwicklung der deutschen Asylpolitik in groben Zügen:

1973 – 1979

Zweite Phase: „Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung“

Anwerbestopp, was Diskussion um Familiennachzug und Bleiberecht auslöste.

1979 – 1980

Dritte Phase: Integration im Mittelpunkt

Keine einheitlichen Integrationskonzepte. Erste Vorschläge, Einwanderung anzuerkennen. Forderung nach Kommunalwahlrecht für Gastarbeiter.

1981 – 1990

Vierte Phase: Wende in der Ausländerpolitik

Nach ersten Fortschritten, hinsichtlich Anerkennung von Einwanderung, Rückschritte durch Begrenzungsmaßnahmen und Anreizen zur Ausreise.

1991 – 1998

Fünfte Phase: Asylpolitik im Brennpunkt

Ab 1991 gab es ein neues Ausländerrecht, das Wolfgang Schäuble angestoßen hatte.

Dieses verschaffte Verbesserung des Aufenthalts von Ausländern, die schon lange in Deutschland lebten. Zur Einbürgerung trug es jedoch nicht bei. Die Einwanderung wurde praktisch akzeptiert. Eine wirkliche Integrationspolitik wurde jedoch nicht formuliert.

1998 – 2004

Sechste Phase: Das Ringen um ein Zuwanderungsgesetz

Einige Neuerungen des Gesetzes aus 2005

1. Reduzierung von 5 Aufenthaltstiteln auf 2 Aufenthaltstitel.

2. Ein neues Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde geschaffen, das aus dem bisherigen Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Nürnberg hervorging. Die Behörde sollte die verstreuten Maßnahmen bündeln, Integrationskurse für Ausländer und Spätaussiedler entwickeln und durchführen, oder auch wissenschaftliche Forschungen über Migrationsfragen in Auftrag gegeben.

3. Hochqualifizierten kann jetzt eine Niederlassungserlaubnis gewährt werden.

4. Zum ersten Mal wird durch das Gesetz ein Integrationsanspruch für Neuzuwanderer eingeführt. Wer nicht an den Integrationskursen teilnimmt, muss mit aufenthaltsrechtlichen Sanktionen rechnen. So genannte „Bestandsausländer“ – solche also, die schon länger in Deutschland leben -, können zu Kursen verpflichtet werden, wenn sie das Arbeitslosengeld II beziehen, besonders integrationsbedürftig sind und Plätze zur Verfügung stehen.

Quelle: http://www.buergerimstaat.de/4_06/weg.htm

In 2014 gab es durch den sogenannten „Kretschmann- Deal“, weitreichende Änderungen im Asylrecht. Die Zustimmung zur Erklärung, die Westbalkanländer zu sicheren Herkunftsländern zu machen, wurde an die Änderung einiger Forderungen geknüpft.

Dazu gehören z. B. die Punkte:

– Residenzpflicht

– Arbeitsmarktzugang

– Bargeld an Stelle von Sachleistungen

http://m.dw.com/de/reform-des-asylrechts-verabschiedet/a-17927824

We celebrate free travel

Neues Jahr, neues Versuchen, neues Schaffen, neues Erleben.

Damit begann mein 2018 ich war in London. Und auch London feierte Silvester und zwar mit der Tradition, dass am Silvesterabend alle öffentlichen Verkehrsmitteln frei sind. Für mich waren die vielen Plakate die in den U-Bahnen hingen und den Slogan trugen „We celebrate free travel“ hinsichtlich des Brexits etwas befremdlich. Allerdings besteht dieses Angebot schon seit Jahren und evtl. fiel deshalb niemand auf, dass der Slogan etwas schepps wirkt.

Ich bin immernoch der Meinung, dass der EU-Austritt gar keine gute Idee ist, denn ich erkenne den Vorteil daran nicht und hoffe immernoch, dass dieses Land, das soviel zu der Entwicklung Europas und der Europäischen Union beigetragen hat einen Weg findet ein Teil davon zu bleiben. Ich würde es vermissen.

http://www.thedrum.com/news/2018/01/03/ad-the-day-richard-ayoade-reveals-britain-s-hidden-internationalism-hsbc-s-global