Lesetipp berufsbedingt

Ich fühle mich, als hielte ich den heiligen Gral in den Händen. Endlich habe ich eine konkrete Handreichung gefunden, die mir sagt, welche grammatischen Strukturen für welches Niveau gebraucht werden.

Es heißt „Profile Deutsch“ und nach kurzem Durchstöbern ist das Buch plus Multimediapaket jeden Cent wert.

Ich erstelle mir jetzt noch ein paar Niveau-Wortschatzlisten und wünsche jedem, der im Deutsch als Fremdsprachebereich arbeitet, dass er sich die Listen und Kurzbeschreibungen zulegt!

Hier der Link: https://www.klett-sprachen.de/profile-deutsch/t-1/9783126065184

Viel Erfolg!

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Die Gelassenheit der offenen Fragen

Ich hatte gestern eine Fortbildung. Es ging um eine Prüferlizenz. Es wurde viel vermittelt, was es mir erleichtern soll, die sprachlichen Leistungen der Teilnehmer in Sprachprüfungen besser einzuschätzen.

Und ich muss sagen, es stellte sich heraus, dass das Deutsche Schulsystem nicht unbedingt dazu beiträgt später gute Bewertungen abzugeben. Irgendwie habe ich in meiner Schullaufbahn offensichtlich begonnen, davon auszugehen, dass ein Lösungsschlüssel irgendwie das einzig entscheidente ist. Was natürlich völliger Blödsinn ist. Wenn es offene Fragen gibt, dann gibt es auch offene, vielfältige Antworten, sollte man meinen.

Ich bin froh, dass diese neue Gelassenheit so klar in dem Seminar vermittelt wurde. Irgendwie sieht das gesamte Bewertungsszenario in diesem Licht, gleich viel unaufgeregter aus.

Und, ich sollte mir über die Möglichkeit von vielen richtigen Antworten, öfter bewußt werden auch im Alltag.

Schönes Wochenende!

Ein bisschen Grammatik am Sonntag

Ich bereite meine Woche vor und beschäftige mich mit dem Unterschied, von „im Norden“ und „nördlich von“.

Beide Begriffe werden alltäglich synonym verwendet und stellen doch für Lerner eine große Schwierigkeit dar. Warum? Weil sie zwar die gleiche Richtung anzeigen, aber eine andere Relation zur Umgebung.

Einfach gesagt: „Im Norden“ sind Orte, die innerhalb einer Umgebung/Landes liegen.

Beispiele

„Im Norden“:

Kiel liegt im Norden von Deutschland.

Garching liegt im Norden von München.

Beispiele mit „nördlich von“:

Dänemark liegt nördlich von Deutschland.

Kiel liegt nördlich von München.

Es gibt noch zwei weitere Anwendungen von „nördlich“ nämlich als Präposition:

Hamburg liegt nördlich Münchens. (Genitiv)

Oder als Adverb:

Hamburg liegt nördlich.

Und zum guten Schluss kann man „nördlich“ natürlich auch als Adjektiv verwenden. Nördlich, Nördlicher, am nördlichsten. Dann wird es auch dekliniert:

Der nördlichste Ort. Der nördliche Dialekt. Das nördliche Land. Die nördliche Küste. Den/dem nördlichen Ort. Der nördlichen Küste. Die nördlichen Länder. Ein/Kein nördliches Land, eine/keine nördliche Stadt.

Puhhh, geht natürlich auch mit „südlich“, „westlich“, „östlich“.

So, Sonntag ich komme! Tschau und viel Spaß beim ausprobieren.

Wie nützlich ist der Mensch?

Da ich gerade dabei bin mein digitales Wissen rundum zu erweitern, habe ich einen Machine-Learning-Kurs auf Coursera belegt. Dort werden viele Hintergründe und auch viele Formeln und Prozesse erklärt, die es Systemen ermöglichen Wissen aufzubauen, Strukturen zu erkennen und diese zu perfektionieren.

Seit ich diesen Kurs belegt habe, bei dem ich zugegeben mit meiner doch eher humanistisch ausgerichteten Bildung, viel an mathematischen Verständnis erst einmal aufbauen muss. Fällt mir auch immer mehr auf, in wie vielen Bereichen dieses Thema inzwischen schon Alltag ist.

Heute Morgen zum Beispiel habe ich einen Artikel in „der Zeit” entdeckt, der diskutiert, ob es möglich ist Journalisten durch Roboter zu ersetzten. SoftBank, ein japanisches Unternehmen, verkauft seit Juni Pepper, den ersten Roboter für Zuhause, Preis ca. 1.500 Euro, plus Betriebskosten für die Cloud-Services und Versicherung.

Seit Tagen wird über den neuen Bilderkennungsalgorithmus von Google gesprochen. Mini hat eine Brille entwickelt, die den Fahrer, über „Seethrough” und Außenkameras am Fahrzeug, beim Navigieren unterstützt.

Richtig genutzt sind alle diese Techniken fabelhafte Erweiterungen unseres Alltags. Durch den Bilderkennungsalgorithmus scheint sogar ein Muster der Kreativität erklärbar zu werden. Wenn sogar Kreativität einem Muster folgt, wo ist dann Raum für Individualität ? Ich werde mir jetzt mal eine Formelsammlung schnappen und versuchen herauszufinden, wie sicher solche Algorithmen sind.

Eine viel zu kurze Woche und Sense8.

Schlechtes Wetter kann auch zu etwas gut sein – zum Entdecken von guten Serien, beispielsweise. Meine bisherigen Favoriten waren u.a.: Orphan Black, Hatufim und True Detective. Jetzt kommt eine neue dazu: Sense8.

Spannend ist vor allem das Konzept der unterschiedlichen Regisseure für die verschiedenen Drehorte und so unterschiedlich, wie Länder und Regie, sind auch die Charaktere der Story.

In der Kurzfassung: Eine Gruppe von Personen an unterschiedlichen Orten der Welt entwickelt plötzlich die Fähigkeit telepathisch miteinander zu kommunizieren. Natürlich kommt diese Fähigkeit auch gerade zur rechten Zeit, denn einige Mitglieder sind in Lebensgefahr und können ohne die Hilfe der anderen nicht gerettet werden.

Die 12-teilige Serie lebt nicht von komplexen Handlungssträngen und langatmigen Hintergrundinformationen, sondern von gewaltigen Bildern, Ihren Figuren, deren Entwicklung, deren Emotionen. Wer also schnelles Tempo, leichtfüßig skizzierte Charaktere und Science-Fiction mag, kann sehr viel Freude an den leider nur 12 Folgen haben.

Über Regen, Schläuche und wie ich versuche Japanisch zu sprechen

Flickr, Martin Fisch, Sundowner, (CC BY-SA 2.0

Flickr, Martin Fisch, Sundowner, CC BY-SA 2.0

Seit Tagen regnet es. Ich beschäftige mich mal wieder damit, zu lernen, wie man auf Japanisch Essen bestellt und mit dem Zug fährt. Damit das auch funktioniert höre ich mir einen Audiokurs an.

Dazu kommt, dass mein Hinterrad an meinem Fahrrad kaputt ist, eigentlich soll ich es heute abholen können. So ein Fahrradreifen ist ja anscheinend auch eine Wissenschaft für sich. In der ich zugegeben wenig bis gar keine Erfahrung habe. Mich interessiert eigentlich in dieser Sache nur, ob das Fahrrad fährt und die Reifen sollen nicht zu schmal sein, mehr muss ich dazu nicht wissen, dachte ich bis jetzt.

Mit dieser umfangreichen Vorbildung stand ich also im Fahrradladen und wollte meine Anliegen vortragen. Überrascht wurde ich dort mit unterschiedlichsten Reifenmodellen und anderen Dingen von denen ich  noch nie in meinem Leben gehört hatte. Es gab da auch irgendwas mit Felgenband. Kurzzeitig hatte ich mir in einem Anflug von Aktionismus ja gedacht: „Kann ja nicht so schwierig sein, ich repariere das selbst“. Nun, das hab‘ ich mir dann doch wieder anders überlegt und überlasse das den Menschen, die das können.

Während ich also auf die SMS meines Fahrradreparateurdienstleisters warte (Er hat noch 6 Stunden), bestelle ich ganz interkulturell Wasser und Tee: Mizu to o cha o kudasai!