Wo sind all die Worte hin – oder haben wir die Demokratie vergessen?

Ich lese Nachrichten und ich kann nicht glauben, was ich jeden Tag vorgesetzt bekomme.

Mein Highlight diese Woche: Türkei möchte Kinderehen legitimieren. Auch interessant dazu ist die neue Gesetzesregelung die seit August in der Türkei verabschiedet wurde und im Januar 2017 in Kraft tritt.

Ohne Zynismus ist das kaum mehr zu bewältigen.

Gleichzeitig stehe ich jeden Tag vor  Menschen , die nach Europa kamen mit der Hoffnung hier ein gerechtes und friedliches Leben führen zu können. Und das sollen Sie ! Sie haben viel zurückgelassen für diese Idee und diese Hoffnung, mehr als viele von uns bereit wären aufzugeben.

Der Glaube an eine Gleichheit der Menschen ist uns in der westlichen Hemisphäre doch schon lange verloren gegangen, dafür beginnen wir langsam aber stetig den Preis zu zahlen. Wäre es nicht an der Zeit die Notbremse zu ziehen? Die Verwirrung in unserer Gesellschaft nicht mit Fremdwörtern und Wortneuschöpfungen wie „Filterbubbles“und Aussagen wie, „Die neue Technologien sind schuld“ aufzufüllen und noch mehr Angst vor Neuem zu schüren? Wäre es nicht an der Zeit durchzuatmen, kurz innezuhalten, nachzudenken und aufzuzeigen, in welchem historischen Kontext genau diese Mechanismen der Angst vor Fortschritt und falsche oder manipulierende Medienutzung schon einmal aufgetreten sind und zu was sie geführt haben? Eine sehr sachliche Sicht dazu hier „How we broke Democracy“@TobiasRose

Zu zeigen, was man jetzt anders machen kann mit all den vielen Kulturen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Es besser zu machen als früher. Klar zu machen, dass es besser sein muss als früher! Das Neue mit dem Vertrautem zu kombinieren und die Blickwinkel der anderen Kulturen auf den technologischen Fortschritt nicht auszuschließen sondern miteinzubeziehen?

Ich habe Angst. Nicht vor der Technolgie. Nicht vor dem Fremden. Nicht vor Herausforderungen. Aber vor denen, die gern sagen, wird schon gut gehen, oder denen, die denken das politische Aktionen mehr Wirkung haben als alltägliches Miteinander. Kurz, vor denen die das Problem immer gern ein Stückchen weiter entfernt sehen als es in Wahrheit ist und aus tatsächlichen Problemen eine abstrakte Diskussionsgrundlage stricken. Denn dazu ist es zu spät, es ist zu spät, für Theorie wir brauchen mehr Praxis im interkulturellen Miteinander, dann ist das Desaster eventuell noch abzuwenden.

Und die Politiker können uns dabei nicht helfen, denn denen muss gerade von der Bevölkerung geholfen werden, mit  verantwortungsbewußtem Umgang mit dem was wir aktuell noch Demokratie nennen.