München — manchmal voller Möglichkeiten und Goldschätze

Es ist Samstag, endlich das erste richtig sonnige Wochenende — erscheint mir zumindest so. Wetter war auch morgens schon toll, also auf, auf neue Fitness-App ausprobieren! Nun ja, zuhause wieder angekommen festgestellt, dass meine mobilen Daten ausgeschaltet waren, damn!

Daher kein Beitrag zu meiner Fitness-App, weil keine Daten … Wetter, war aber immer noch schön, also raus! Und passend dazu, das jetzt alle nach draußen drängen hat die Stadt München dieser Tage einiges zu bieten.

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1. Die Stroke. Ist aber drinn und teuer, fällt also weg. 2. Hamburger Fischmarkt am Wittelsbacherplatz, kann ich morgen noch machen. 3. Auer Dult, hmm hab’s nicht so mit Haushaltswaren … 4. Ahh, ich wollte doch noch in die Lothringer 13 — gesagt, getan.

Auf zur Lothringer 13, dort finde ich  ich auch passend zu meinem Alltag, einige Austellungsstücke und Gedanken zum Thema Migration, Heimat, Sprache und Selbstverständlichkeiten. Besonders interessant fand ich Veronika Veit und, deshalb auch das Foto — Benedict Esche, der zudem noch den Verlust eines Buches anprangert und den Dieb bittet es doch wieder zurücklegen. Wer die Nachricht ganz lesen möchte muss sich die Austellung ansehen 😉 Auch die Beiträge von Florian Huth zum G7-Gipfel und Tunay Önder  zu Migration sind sehr sehenswert.

Ein bisschen Sonne tanken, wäre jetzt ziemlich gut und auf dem Weg zur Austellung habe ich ein Plakat gesehen, das einen Kollektions-Verkauf im Postpalast anpreist – ja, danach ist mir heute — auch, wenn mein Konto da nicht mitmacht, man kann ja gucken und neue Labels entdecken.

Hat sich auch gelohnt, habe drei Neue gefunden deren Kollektionen ich echt toll fand: 1. Butterfly Soulfire, sehr sehr tolle Oberteile, 2. Wunderwerk, schöne Sweatshirts, 3. Rebekka Ruetz, Kleider und Mäntel.

So, und damit Ihr nicht zuviel vom tollen Wetter verpasst, ist jetzt auch Schluß! Morgen gehts’s zum Fischmarkt.

Darf Watson das?

 

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Flickr, Sounds Around, Stuart Bannocks, CC-BY 2.0

Ich bin nachdenklich. Warum? Weil ich diesen Artikel hier gefunden habe. Eine auf Watson von IBM basierende App mit Namen „Ziggy“ die alle Alter Egos von David Bowie an Hand von den Songtexten analysiert und dann eine Persönlichkeits-Analyse durchführt. Meine Nachdenklichkeit dreht sich um Folgendes: Ich bin großer Watson-Fan und ich mag David Bowie, ich liebe Illustrationen und bin fasziniert von der Genauigkeit der Natural-Language-Analysis, aber irgendwie gefällt mir die App nicht. Ich möchte meinen Helden nicht durch meinen Lieblingsalgorithmus entmystifiziert wissen!

Ist das dämlich? Ich weiß es nicht! David Bowie hätte das vielleicht sogar super gefunden, vielleicht – man weiß es nicht. Interessant, dass es mich mehr stört die Kunstfiguren eines Musikers analysiert zu wissen, als meine eigenen Email-Texte. Aber Kunst braucht Geheimnisse, Anonymität und Spekulation um zu wirken. Wo kommen wir denn da hin, wenn es die Frage: und was wollte der Künstler uns damit sagen? Einfach nicht mehr gibt, weil künstliche Intelligenz uns  erklären möchte, was der Künstler exakt damit gemeint hat. Ich will am besten immer gar nicht wissen, wie die Leute heißen die Kunst machen die mir gefällt, aber dann finde ich Ihre Sachen nicht mehr – wenn ich nicht weiß nach wem ich suchen muss. Ein Dilemma!

Ich sollte mich eventuell nicht so aufregen, schließlich sind Kunst und Technologie, Konzerne und Musik sind schon lange eng miteinander verwoben. Zudem bin ich in den letzten Wochen auf immer mehr Beispiele gestoßen die den Innovations-Charakter in Musik und Technologie zusammenführen. Ein weiteres interessantes Projekt ist DELQA von Matthew Dear (dazu später mehr). Was haben beide gemeinsam, was unterscheidet sie? Wo sind die Wurzeln und wie kann der „Underground“ plötzlich zu Testimonials für Global Player werden? Der Whistleblower zum Popstar und der DJ zum Marketing-Fachmann. Ich fange mal 1970 an, da ist viel passiert, das heute großen Einfluss auf Musik und Technologie hat.

 

Wenn ich hier mit Brain Eno und den Talking Heads schon zurück in die 1970’er gehe, darf natürlich dieser Herr auch nicht fehlen. Richard Branson er schuf aus einem Label Virgin eine komplette Marketing-Galaxy und ist mit seinem Unternehmen Virgin Galactic, aktuell genauso, wie Elon Musk (SpaceX) daran interessiert auch andere Welten für Tourismus und private Raumfahrt zu erschließen. Beide Firmen arbeiten aktuell an den schwierigsten Vorhaben, der Raumfahrt und SpaceX sichert aktuell die Versorgung der ISS.

Zurück zur Musik. Eine weiter Meldung die mir begegnet ist, ist dies Kooperation Jean-Michell-Jarre und Edward Snowden. Beide wollen, ein Bewußtsein schaffen für moderne Technologien und die damit einhergehende Verantwortung. Die Message haben sie in einen Techno-Track gepackt, der einen umgehend die Rolle eines CIA-Agent während einer Verfolgungsjagd, in einem etwas älteren Videospiel einnehmen lässt, untermalt mit der Stimme von Edward Snowden, verpackt:

Guardian-Video

Eine weitere Rollen spielen sicher Festivals, wie Burning Man und SXSW, die als Keimzellen von Innovation und neuen Geschäftsideen angesehen werden — nicht nur für die Musik-Industrie, und die so neu geschaffenen Möglichkeiten des branchenübergreifenden Netzwerkens in angenehmer Atmosphäre. Die Zielgruppe der Festivals sind — na, wer wohl? Die einkommensstarken Metal, Indie- und Electro-Pop liebenden Königsnerds aus aller Welt, für die auch die Leitmedien Deutschlands Ihre Musikkolumnen formulieren. Ein recht interessanter Artikel zu der Entwicklung der Festivals, (allerdings in USA) hier bei Quartz. Es wurden hier alle Line-Ups verglichen um aufzuzeigen, welche Künstler an wie vielen Festivals spielen. Ein Beispiel für sinnvolle Datenanalyse. Eigentlich sollten alle Artikel so respektvoll und auf die Essenz der Information ausgerichtet sein, wie diese Cover-Story von Pitchfork.

Ah, ich habe vorhin noch was von DELQA erzählt.

 

DELQA ist eine Installation, die es durch die Kintec-Technologie von Microsoft möglich macht Musik im Raum selbst zu gestalten. Bewegungen lösen Sound-Frequenzen aus und machen so den Besucher zum aktiven Gestalter der Musik, die er im Raum hört.

Ein interessantes Konzept, das auf seine Art dem Künstler wieder viel mehr Raum gibt als Person hinter seine Kunst zu treten. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen: Artikel Pitchfork.

 

Vielleicht erstelle ich so ne Watson App für alle Rollen die Ryan Gosling mal gespielt hat. Bei Schauspielern finde ich das irgendwie besser. 

Eine Uhr, die ich drucken kann

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Vorlage für die Uhr gibt es hier: Analog Binary Clock (the hard way) thingiverse wd5g CC BY-SA 3.0

Seit Monaten ziert ein leerer Rahmen meine Wände und ich fand nie etwas Passendes als „Content“, nun habe ich bei thingiverse.com eine Uhr gefunden, die meiner Ansicht nach perfekt den Rahmen ausfüllt. Thingiverse.com ist eine Seite die kostenlos Druckvorlagen für 3-D-Objekte anbietet, dort gibt es Alles mögliche, Dekovasen, Handy-Halter, Tierfiguren und sogar Tische und Regale die man sich ausdrucken kann.

Die Seite kooperiert zudem  mit 3D-Hubs, einem Anbieter der den Kunden, bei Bedarf, auch gleich mit einem 3-D-Drucker in seiner Nähe in Verbindung bringt. Gut ist, dass man die Preise für seine Vorlagen vergleichen kann, die von Drucker zu Drucker extrem variieren, für meine Vorlagen waren Angebote von 20 bis 60 € darunter. Der Druck verlief problemlos und super einfach.

Interaktion bitte!

Vielleicht erinnert sich wer … als Kind hatte ich dieses Spiel, bei dem man Fragen mit Hilfe von Schalttafeln beantworten konnte, dazu gab es einen Stift der leuchtete, wenn man die richtige Antwort ausgewählt hatte. Kennt das wer? Nein? Na gut, auch nicht schlimm.

Ich komme darauf, weil ich einen Artikel gelesen habe der darüber berichtet, dass die Forscher der Hasselt University in Belgien mit Ihrem Projekt PaperPulse eine Möglichkeit entwickelt haben Schaltkreise auf Papier drucken zu können. So können über eine Software interaktive Papierprodukte, wie z. B. Glückwunschkarten, Verpackungen oder Bilder gestaltet werden.

Die gewünschten Grafikelemente können einfach in eine Software gezogen werden. Die relevanten Verknüpfungen erstellt die Software von selbst. Es sollen 20 interaktive Elemente und viele Widgets zur Kreation zur Verfügung stehen. Zum Ausdrucken benötigt man lediglich Druckerpatronen mit leitfähiger Tinte, gedruckt werden kann aber mit Standarddruckern. Natürlich werden auch noch LEDs oder Mikrocontroller benötigt, die aber in der Herstellung auch recht günstig sind.

Etwas muss man wohl noch warten bis man seine eigenen interaktiven Karten oder Verpackungen kreieren kann. Gerade ist die Idee zum Patent angemeldet worden. Weitere spannende Projekte der Raf Ramakers gibt’s hier.

Digitale Hörsäle

Quelle: flickr, liebeslakritze, hittin`the books,  CC BY-SA 2.0

Quelle: flickr, liebeslakritze, hittin`the books, CC BY-SA 2.0

Ich habe nun Coursera für mich entdeckt. Coursera stellt MOOCs (Massive Open Online Courses) von unterschiedlichen Universitäten, aus verschiedenen Fachrichtungen und Ländern zur Verfügung.

Die Plattform macht Bildung so für jeden zugänglich. Schwerpunkte können so individuell gesetzt und im eigenen Tempo erarbeitet werden. Wer also schon immer einmal was über den Biotechnologie wissen wollte – kein Problem. Wer sich lieber mit mathematischen Theorien beschäftigt – wird sicher auch etwas finden. Und wenn man lieber etwas über die Grundlagen der Linguistik erfahren möchte? Auch dazu gibt es Material.

Die Basis der MOOCs sind Video-Lectures, die durch Quizzes ergänzt werden. Dazu gibt es wöchentlich Projekte die eingereicht werden können und Abschlußstests mit denen auch ein Zertifikat erworben werden kann. Alle Kurse sind kostenlos.

Ein weiterer Anbieter, der in den letzten Wochen durch die Fusion mit LinkedIn in den Medien war und ebenfalls ein sehr umfangreiches Angebot an Kursen, vor allem im Medienbereich hat, ist lynda.

Viel Spaß damit.

Wie man sich von Wasserflecken verabschiedet

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Quelle: flickr, The Preiser Project, Mirrored, CC BY 2.0

Seit Längerem habe ich einen recht störenden Wasserfleck an der Wand. Schon ein paarmal hab ich versucht diesem Unhold endgültig den Gar auszumachen und bin gescheitert.

Deshalb – auf, in den Baumarkt und nach einer zementhaltigen Isoliergrundierung suchen, weil nämlich latexhaltige Grundierungen schlecht für das Mauerwerk sein sollen, habe ich gelesen. Zum Glück gab es dort auch ein passendes Produkt.

Zu Hause angekommen gleich die Duschwanne abgedeckt und losgelegt mit isoliergrundieren. Viel getropft, dabei die Nägel neu lackiert (isoliergrundierungsweiß) und auch im Gesicht ein wenig abbekommen. Aber immerhin – die Wand ist schneeweiß! Und bleibt es hoffentlich auch für die nächsten Jahrtausende! Zugegeben komme ich mir etwas herzlos vor, weil ich dem Vertrautem “Fleck” keine Träne nachweine – aber so ist das nun einmal.