Lifelong Kindergarten

Vor Monaten habe ich dieses spannende Projekt hier entdeckt – >

https://www.media.mit.edu/groups/lifelong-kindergarten/projects/

Ein paar Sessions habe ich mir schon angesehen, für die nächste Woche stehen die übrigen auf dem Plan!

Wer auch etwas mehr zur optimalen Kombination zwischen Spielen und Lernen und vor allem dem Thema, was ist Motivation und wie hält sie an, wissen möchte, dem ist dieses Projekt wärmstens zu empfehlen!

Viel Spaß damit!

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Denken ändert dich

Oder wie ich die Neuroplastizität entdeckte.

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Input//Output Flickr, brewbooks, CC-BY-SA.2.0

 

Ich bin keine Wissenschaftlerin, das weiß jeder – der sich länger als 30 Minuten mit mir unterhält, ein Professor attestierte mir eine „argumentative Nonchalance“ was übersetzt eine schlampige/ungenaue Thesenführung bedeutet. Dem kann ich zustimmen, je nach Interesse zur Materie verliere ich bei langen Texten sicher — bei kurzen häufig mal den Faden.

Nun ja, man muss sich seiner Schwächen ja einfach auch bewusst sein.

Wovon ich aber eigentlich erzählen wollte: Ich bemerke in den letzten Wochen mit zunehmender Irritation, dass sich meine Denkmuster in den letzten Jahren fast völlig überholt haben.

Dinge die mich vor Monaten noch aus der Bahn geworfen hätten, lassen mich tatsächlich völlig unberührt. Ich bin mir noch nicht sicher, was diese Veränderung nun wirklich ausgelöst hat, aber ich kann die Theorie der „Neuroplastizität“ bestätigen, die sagt:

„Neuroplastizität oder neuronale Plastizität ist eine Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von ihrer Verwendung zu verändern. Je nach System spricht man z.B. auch von synaptischer Plastizität oder kortikaler Plastizität. Also ist auch das Gehirn eines Erwachsenen kein starr festgelegtes, fix verdrahtetes Organ, sondern bis ins hohe Alter veränderbar. Neue Erfahrungen und Eindrücke verändern die Architektur des Gehirns, bauen Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus und lassen neue Verbindungen entstehen. Wobei Brücken zu vorhandenem Wissen geschlagen werden, während wenig oder ungenutzte Verbindungen abgeschwächt werden. Ohne neuronale Plastizität wäre Lernen nicht möglich.“
Mehr lesen auf http://lexikon.stangl.eu/1166/neuroplastizitaet/#0z4d4A8vfOGRuXLp.99

Selbstverständlich, beeinflusst diese Fähigkeit, der Umstrukturierung der Gehirnverknüpfungen, auch das Lernen. Zudem wird die Fähigkeit der Anpassung durch Stress/Angst/Depressionen und andere Einflüsse beeinträchtigt.

Hier ein sehr ausführlicher und gut verständlicher Artikel dazu: Gehirn und Lernen. Entdeckt hat die „Plastizität“ Donald.O. Hebb, ein kanadischer Psychobiologe. Sein bekanntestes Werk ist „The Organization of Behavior (1949) „. Das Werk erklärt das Lernen in neuronalen Netzten und legt damit auch einen Grundstein für die heutigen Themen der AI (Artificial Intelligence) und die Robotik.

Da ich keine Psychologin bin und auch kein Gehirnchirurg – werde ich auf die fachlichen Aspekte nicht weiter eingehen. Was ich aber ganz persönlich feststellen möchte ist, dass diese Umstrukturierungen im Gehirn wirklich stattfinden und sich extrem auf die Leistungs- und Konfliktfähigkeit von Menschen auswirken. Ganz persönlich getestet.

Und natürlich möchte ich damit vor allem sagen, falls jemand schon die neuen Vorsätze für 2018 in die Tonne getreten hat — Stopp, es gibt Hoffnung! Ein Gehirn kann sich umstrukturieren, und tut dies auch. Es braucht nur Zeit, oft viel Zeit. Aber hey, dank der Neuroplastizität wissen wir: Es ist nie zu spät!

 

 

Lesetipp berufsbedingt

Ich fühle mich, als hielte ich den heiligen Gral in den Händen. Endlich habe ich eine konkrete Handreichung gefunden, die mir sagt, welche grammatischen Strukturen für welches Niveau gebraucht werden.

Es heißt „Profile Deutsch“ und nach kurzem Durchstöbern ist das Buch plus Multimediapaket jeden Cent wert.

Ich erstelle mir jetzt noch ein paar Niveau-Wortschatzlisten und wünsche jedem, der im Deutsch als Fremdsprachebereich arbeitet, dass er sich die Listen und Kurzbeschreibungen zulegt!

Hier der Link: https://www.klett-sprachen.de/profile-deutsch/t-1/9783126065184

Viel Erfolg!

Die Gelassenheit der offenen Fragen

Ich hatte gestern eine Fortbildung. Es ging um eine Prüferlizenz. Es wurde viel vermittelt, was es mir erleichtern soll, die sprachlichen Leistungen der Teilnehmer in Sprachprüfungen besser einzuschätzen.

Und ich muss sagen, es stellte sich heraus, dass das Deutsche Schulsystem nicht unbedingt dazu beiträgt später gute Bewertungen abzugeben. Irgendwie habe ich in meiner Schullaufbahn offensichtlich begonnen, davon auszugehen, dass ein Lösungsschlüssel irgendwie das einzig entscheidente ist. Was natürlich völliger Blödsinn ist. Wenn es offene Fragen gibt, dann gibt es auch offene, vielfältige Antworten, sollte man meinen.

Ich bin froh, dass diese neue Gelassenheit so klar in dem Seminar vermittelt wurde. Irgendwie sieht das gesamte Bewertungsszenario in diesem Licht, gleich viel unaufgeregter aus.

Und, ich sollte mir über die Möglichkeit von vielen richtigen Antworten, öfter bewußt werden auch im Alltag.

Schönes Wochenende!

Ein bisschen Grammatik am Sonntag

Ich bereite meine Woche vor und beschäftige mich mit dem Unterschied, von „im Norden“ und „nördlich von“.

Beide Begriffe werden alltäglich synonym verwendet und stellen doch für Lerner eine große Schwierigkeit dar. Warum? Weil sie zwar die gleiche Richtung anzeigen, aber eine andere Relation zur Umgebung.

Einfach gesagt: „Im Norden“ sind Orte, die innerhalb einer Umgebung/Landes liegen.

Beispiele

„Im Norden“:

Kiel liegt im Norden von Deutschland.

Garching liegt im Norden von München.

Beispiele mit „nördlich von“:

Dänemark liegt nördlich von Deutschland.

Kiel liegt nördlich von München.

Es gibt noch zwei weitere Anwendungen von „nördlich“ nämlich als Präposition:

Hamburg liegt nördlich Münchens. (Genitiv)

Oder als Adverb:

Hamburg liegt nördlich.

Und zum guten Schluss kann man „nördlich“ natürlich auch als Adjektiv verwenden. Nördlich, Nördlicher, am nördlichsten. Dann wird es auch dekliniert:

Der nördlichste Ort. Der nördliche Dialekt. Das nördliche Land. Die nördliche Küste. Den/dem nördlichen Ort. Der nördlichen Küste. Die nördlichen Länder. Ein/Kein nördliches Land, eine/keine nördliche Stadt.

Puhhh, geht natürlich auch mit „südlich“, „westlich“, „östlich“.

So, Sonntag ich komme! Tschau und viel Spaß beim ausprobieren.