Leidenschaftlich daran interessiert … ***

Es ist alles recht bedenklich. Mir ist recht bedenklich. Wem ist wohl nicht bedenklich?

Letzte Woche sprach ich mit jemanden, der mir trotz allem was aktuell passiert, erklärte, dass nur die jungen bis mittelalten, linksorientierten Bildungsbürger, der meisten Ländern, ein Problem mit der aktuellen Politik (speziell Donald Trump) hätten. Und das auch nur, weil es gerade inn wäre und wirkliches Interesse stünde da ja nicht dahinter.

*********Entschuldigung, ich bin recht leidenschaftlich daran interessiert meinen Lebensabend ohne Erinnerungen an einen Weltkrieg zu begehen.***************************

Alle andren würden doch erkennen, dass jetzt endlich mal ehrlich auf den Tisch gelegt würde, was schon Jahrzehnte hinter vorgehaltener Hand und hinter verschloßenen Türen Usus wäre. Ich war zugegeben schockiert, und habe so gut wie möglich versucht, meine Bedenken was Demokratie und Meinungsfreihet betrifft zu äußern. Ob diese ankamen steht in den Sternen. Aber, mir wurde klar, wenn wirklich ein Großteil der schweigenden Bevölkerung aktuell so denkt, haben wir ein Problem.

Und das Argument, man muss einen Krieg und eine Diktatur erlebt haben, um eine Demokratie zu schätzen, machte mich dann schlußendlich komplett sprachlos. Ich kam mir ein wenig vor die Waisen in der Mühle mit der Augenärztin, die alle Arbeiter hypnotisiert hat. Aus „A Series of Unfortunate Events“.

Und dann sehe ich heute diesen Artikel:

It won’t help mainstream media shake the perception of a liberal bias, that’s for sure. The latest crop of covers from US news magazines have taken a noticeably dim view of US president Donald Trump’s first days in office. In the coming weeks, expect newsstands to be stocked with some grim and melancholy covers. Here’s…

über After 14 days of Donald Trump, news magazine covers are getting dark — Quartz

Und es ist ja nicht so, dass die Ideen, vor der Wahl in 2015 nicht schon Thema waren: http://www.forbes.com/sites/susanadams/2015/12/09/what-world-leaders-are-saying-about-trumps-proposed-muslim-ban-its-not-pretty/#2a647d76bf8f

Aber, es gibt dennoch noch Hoffung:

http://www.politico.com/magazine/story/2017/02/eric-schneiderman-donald-trump-new-york-214734

… On the policy level, lawyers in his office are confident that so much of what Trump has proposed so far is so poorly written, and even more poorly thought out, that it opens itself up to all kinds of lawsuits.

“We don’t know what the legal consequences are yet of a lot of these executive orders,” said Healy, the attorney general of Massachusetts and a close Schneiderman ally. “But we do know that you are going to see a federal administration that is going to be rolling back consumer protections, labor protections, environmental protections, and looking to dismantle rights that have been put in place. The way you address that is you uphold the law through the courts, and that is the job of state AGs right now.”

Und es gibt noch Musik, zum Glück! https://www.mixcloud.com/NTSRadio/the-do-you-breakfast-show-w-charlie-bones-adam-oko-2nd-february-2017/

Quietismus – der Wille zur Selbstberuhigung

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Bild aus der Austellung Doppelgaragen in der “ Pinakothek der Moderne“

Die letzten Wochen waren ereignisreich, deswegen suchte ich heute etwas Zerstreuung in der „Pinakothek der Moderne“. Gefunden habe ich die Austellung „Dopppelgaragen“ von Thomas Hirschhorn, die perfekte Austellung für meine Laune!

Was einen dort erwartet? Am Eingang prangt rechts der Satz „Philosphie ist frei und offen“. Man entdeckt zwischen Fliegenpilzen, Modelleisenbahnen und Aufklebern, Satzfragmente philosphischer Definitionen, z. B. von Nietzsche, Hegel und Heidegger. Ein Raum teils Hobbyraum, teils an die Wand geklebte philosphische Basisdefinitionen zu gundlegenden Befindlichkeiten wie Wut, Freude, Tanz, Schuld, Mitleid, Rache oder auch Quietismus.

Die Austellung entstand nach dem 11.09 2001 und das Durcheinander der „Doppelgarage“ spiegelt unsere aktuellen Nachrichten gut wider.

Die Fragen nach Schuld und Unschuld, Lösungen und Verantwortlichkeiten werden zwischen Paketklebeband und Gipsskulpturen im trotzigen Teenagerstil an die Wände geworfen und starren den gewillten Betrachter mit Fragezeichen-Pupillen ins Gesicht, als wollten sie sagen „Warum sind wir immernoch aktuell? Habt Ihr denn in den letzten 100 Jahren gar nichts gelernt?“.

Ist unser Problem wirklich, der Wille zur Selbstberuhigung, die Annahme, dass wir weder verantwortlich noch frei sind? Das wir uns Katastrophen anpassen und Sie nicht zu entschärfen suchen?

Ich hoffe nicht.