Darf Watson das?

 

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Flickr, Sounds Around, Stuart Bannocks, CC-BY 2.0

Ich bin nachdenklich. Warum? Weil ich diesen Artikel hier gefunden habe. Eine auf Watson von IBM basierende App mit Namen „Ziggy“ die alle Alter Egos von David Bowie an Hand von den Songtexten analysiert und dann eine Persönlichkeits-Analyse durchführt. Meine Nachdenklichkeit dreht sich um Folgendes: Ich bin großer Watson-Fan und ich mag David Bowie, ich liebe Illustrationen und bin fasziniert von der Genauigkeit der Natural-Language-Analysis, aber irgendwie gefällt mir die App nicht. Ich möchte meinen Helden nicht durch meinen Lieblingsalgorithmus entmystifiziert wissen!

Ist das dämlich? Ich weiß es nicht! David Bowie hätte das vielleicht sogar super gefunden, vielleicht – man weiß es nicht. Interessant, dass es mich mehr stört die Kunstfiguren eines Musikers analysiert zu wissen, als meine eigenen Email-Texte. Aber Kunst braucht Geheimnisse, Anonymität und Spekulation um zu wirken. Wo kommen wir denn da hin, wenn es die Frage: und was wollte der Künstler uns damit sagen? Einfach nicht mehr gibt, weil künstliche Intelligenz uns  erklären möchte, was der Künstler exakt damit gemeint hat. Ich will am besten immer gar nicht wissen, wie die Leute heißen die Kunst machen die mir gefällt, aber dann finde ich Ihre Sachen nicht mehr – wenn ich nicht weiß nach wem ich suchen muss. Ein Dilemma!

Ich sollte mich eventuell nicht so aufregen, schließlich sind Kunst und Technologie, Konzerne und Musik sind schon lange eng miteinander verwoben. Zudem bin ich in den letzten Wochen auf immer mehr Beispiele gestoßen die den Innovations-Charakter in Musik und Technologie zusammenführen. Ein weiteres interessantes Projekt ist DELQA von Matthew Dear (dazu später mehr). Was haben beide gemeinsam, was unterscheidet sie? Wo sind die Wurzeln und wie kann der „Underground“ plötzlich zu Testimonials für Global Player werden? Der Whistleblower zum Popstar und der DJ zum Marketing-Fachmann. Ich fange mal 1970 an, da ist viel passiert, das heute großen Einfluss auf Musik und Technologie hat.

 

Wenn ich hier mit Brain Eno und den Talking Heads schon zurück in die 1970’er gehe, darf natürlich dieser Herr auch nicht fehlen. Richard Branson er schuf aus einem Label Virgin eine komplette Marketing-Galaxy und ist mit seinem Unternehmen Virgin Galactic, aktuell genauso, wie Elon Musk (SpaceX) daran interessiert auch andere Welten für Tourismus und private Raumfahrt zu erschließen. Beide Firmen arbeiten aktuell an den schwierigsten Vorhaben, der Raumfahrt und SpaceX sichert aktuell die Versorgung der ISS.

Zurück zur Musik. Eine weiter Meldung die mir begegnet ist, ist dies Kooperation Jean-Michell-Jarre und Edward Snowden. Beide wollen, ein Bewußtsein schaffen für moderne Technologien und die damit einhergehende Verantwortung. Die Message haben sie in einen Techno-Track gepackt, der einen umgehend die Rolle eines CIA-Agent während einer Verfolgungsjagd, in einem etwas älteren Videospiel einnehmen lässt, untermalt mit der Stimme von Edward Snowden, verpackt:

Guardian-Video

Eine weitere Rollen spielen sicher Festivals, wie Burning Man und SXSW, die als Keimzellen von Innovation und neuen Geschäftsideen angesehen werden — nicht nur für die Musik-Industrie, und die so neu geschaffenen Möglichkeiten des branchenübergreifenden Netzwerkens in angenehmer Atmosphäre. Die Zielgruppe der Festivals sind — na, wer wohl? Die einkommensstarken Metal, Indie- und Electro-Pop liebenden Königsnerds aus aller Welt, für die auch die Leitmedien Deutschlands Ihre Musikkolumnen formulieren. Ein recht interessanter Artikel zu der Entwicklung der Festivals, (allerdings in USA) hier bei Quartz. Es wurden hier alle Line-Ups verglichen um aufzuzeigen, welche Künstler an wie vielen Festivals spielen. Ein Beispiel für sinnvolle Datenanalyse. Eigentlich sollten alle Artikel so respektvoll und auf die Essenz der Information ausgerichtet sein, wie diese Cover-Story von Pitchfork.

Ah, ich habe vorhin noch was von DELQA erzählt.

 

DELQA ist eine Installation, die es durch die Kintec-Technologie von Microsoft möglich macht Musik im Raum selbst zu gestalten. Bewegungen lösen Sound-Frequenzen aus und machen so den Besucher zum aktiven Gestalter der Musik, die er im Raum hört.

Ein interessantes Konzept, das auf seine Art dem Künstler wieder viel mehr Raum gibt als Person hinter seine Kunst zu treten. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen: Artikel Pitchfork.

 

Vielleicht erstelle ich so ne Watson App für alle Rollen die Ryan Gosling mal gespielt hat. Bei Schauspielern finde ich das irgendwie besser. 

Wenn Son(nen)tag was mit Euphorie zu tun hat …

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flickr, ChrIs, Lego Euforia, CC BY 2.0

Diese Woche musste ich mich ziemlich aufregen, eigentlich tue ich das immer noch. Aber es muss auch friedliche Tage geben und somit habe ich beschlossen heute einen friedlichen Tag einzulegen. Dazu beschäftige ich mit putzigen Fotos (siehe oben) und Dingen die einem den Alltag wirklich erleichtern könnten, wie dieser „Spiegel“ hier:

Mehr nützliche Dinge, zum Ablenken (außer Eichhörnchen), gibt´s hier: http://www.marxentlabs.com/ar-videos/

Was ich mir so vom Sommer immer erwarte

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Quelle: flickr, Olli Henze, Sommer Sonne Sonnenblume 265/365, CC BY-ND 2.0

Es ist Ende Mitte April und ich will ja nicht zu weit in die Zukunft blicken, aber ich denke, man kann sagen — bald ist´s Sommer. Sommer ist meine absolute Lieblingsjahreszeit. Deshalb habe ich auch große Erwartungen an ihn, ein paar davon sind folgende:

1. Es darf nicht regnen — außer nachts vielleicht

2. Schöne Sandalen

3. Es muss eine neue Eissorte geben — und bitte nichts mit Basilikum

Ich hoffe, das klappt dieses Jahr endlich mal.