Denken ändert dich

Oder wie ich die Neuroplastizität entdeckte.

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Input//Output Flickr, brewbooks, CC-BY-SA.2.0

 

Ich bin keine Wissenschaftlerin, das weiß jeder – der sich länger als 30 Minuten mit mir unterhält, ein Professor attestierte mir eine „argumentative Nonchalance“ was übersetzt eine schlampige/ungenaue Thesenführung bedeutet. Dem kann ich zustimmen, je nach Interesse zur Materie verliere ich bei langen Texten sicher — bei kurzen häufig mal den Faden.

Nun ja, man muss sich seiner Schwächen ja einfach auch bewusst sein.

Wovon ich aber eigentlich erzählen wollte: Ich bemerke in den letzten Wochen mit zunehmender Irritation, dass sich meine Denkmuster in den letzten Jahren fast völlig überholt haben.

Dinge die mich vor Monaten noch aus der Bahn geworfen hätten, lassen mich tatsächlich völlig unberührt. Ich bin mir noch nicht sicher, was diese Veränderung nun wirklich ausgelöst hat, aber ich kann die Theorie der „Neuroplastizität“ bestätigen, die sagt:

„Neuroplastizität oder neuronale Plastizität ist eine Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von ihrer Verwendung zu verändern. Je nach System spricht man z.B. auch von synaptischer Plastizität oder kortikaler Plastizität. Also ist auch das Gehirn eines Erwachsenen kein starr festgelegtes, fix verdrahtetes Organ, sondern bis ins hohe Alter veränderbar. Neue Erfahrungen und Eindrücke verändern die Architektur des Gehirns, bauen Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus und lassen neue Verbindungen entstehen. Wobei Brücken zu vorhandenem Wissen geschlagen werden, während wenig oder ungenutzte Verbindungen abgeschwächt werden. Ohne neuronale Plastizität wäre Lernen nicht möglich.“
Mehr lesen auf http://lexikon.stangl.eu/1166/neuroplastizitaet/#0z4d4A8vfOGRuXLp.99

Selbstverständlich, beeinflusst diese Fähigkeit, der Umstrukturierung der Gehirnverknüpfungen, auch das Lernen. Zudem wird die Fähigkeit der Anpassung durch Stress/Angst/Depressionen und andere Einflüsse beeinträchtigt.

Hier ein sehr ausführlicher und gut verständlicher Artikel dazu: Gehirn und Lernen. Entdeckt hat die „Plastizität“ Donald.O. Hebb, ein kanadischer Psychobiologe. Sein bekanntestes Werk ist „The Organization of Behavior (1949) „. Das Werk erklärt das Lernen in neuronalen Netzten und legt damit auch einen Grundstein für die heutigen Themen der AI (Artificial Intelligence) und die Robotik.

Da ich keine Psychologin bin und auch kein Gehirnchirurg – werde ich auf die fachlichen Aspekte nicht weiter eingehen. Was ich aber ganz persönlich feststellen möchte ist, dass diese Umstrukturierungen im Gehirn wirklich stattfinden und sich extrem auf die Leistungs- und Konfliktfähigkeit von Menschen auswirken. Ganz persönlich getestet.

Und natürlich möchte ich damit vor allem sagen, falls jemand schon die neuen Vorsätze für 2018 in die Tonne getreten hat — Stopp, es gibt Hoffnung! Ein Gehirn kann sich umstrukturieren, und tut dies auch. Es braucht nur Zeit, oft viel Zeit. Aber hey, dank der Neuroplastizität wissen wir: Es ist nie zu spät!

 

 

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Ist morgen was anders?

Die Nachrichten, rufen dazu auf wählen zu gehen, es gibt sehr beängstigende Statistiken zu den Anteilen der AfD und ich denke daran, morgen einfach keine Wahlprognosen und Wahlberichterstattungen zu sehen.

Ich mag nicht in einem Land leben in dem Nazis offiziell in den Bundestag einziehen dürfen und zwielichtige Medien noch zwielichtigere Wahlaufrufe starten.

Ich will ehrlich gesagt, gar nicht wissen, was morgen genau passiert. Es kann nur eine Katastrophe werden. Ideell gesehen.

Im Alltag wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern, eventuell werden die Nachrichten allgemein etwas rechter werden, ein paar Schulen werden bestimmte Gruppen einfach nicht mehr aufnehmen und die Menschen werden tagtäglich etwas mehr Angst vor Fremden haben. Ganz langsam, ganz schleichend wird sich nicht sooo viel ändern, dass wir es wahrnehmen, aber die Veränderung wird langsam Weichen stellen. Weichen stellen auf die wir keine Züge stellen wollen sollten.

Und in all diesem Harren und hoffen, dass die andren Deutschen auch keine Nazis im Bundestag haben wollen sehe ich dieses Bild:

 

Und man denkt sich kurz, ach so schlimm wird es schon nicht werden, hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich!

Ob, das stimmt wissen wir morgen!

Einen schönen Wahlsonntag, trotz allem.